30 $ Cowboy und pulse type storms

Was ist das Gefährlichste am stormchasing? Hagel? Tornados? Blitze? Neeeeee.....

 

Die amerikanischen Waffengesetze!

 

Wir wachen bei ziemlich europäischem Herbstwetter in Eastland auf, nach dem langen Tag hat der Schlaf zwar gut getan, aber die innere Uhr will noch nicht so recht. Als ich um 6 aufwache, liegt Jörg schön länger wach und checkt die models. Unser Chasingtag verspricht recht wenig, um nicht zu sagen gar nichts.

Im Westen von Texas wird für später am abend noch ein bißchen Niederschlag simuliert, weswegen wir nach Frühstück bei IHOP (bzw Cornflakes) und Kaffee (wie lange kann man für einen versch.... Kaffee brauchen liebes Starbucks?) auf der I-20 nach Westen rollen.

 

In Pecos (wo ist Hank?) halten wir an und warten erstmal ab. Es bilden sich ein paar Cumulusfelder, und so manche Wolke schickt sich an, den Weg nach oben anzutreten.

Leider ist das alles in den Bergen südlich der I-10, wo man erfahrungsgemäß (letztes Jahr sind wir Texasspezialisten geworden) gar nicht hinkommt.

Weiter westlich, etwa südwestlich von Van Horn bilden sich auch ein paar...ähm...Regengüsse(?) und so entscheiden wir uns, dort hinzufahren.

Unser target für den nächsten Tag ist eher New Mexico, und wir planen schon unsere Weiterfahrt dorthin, über Van Horn kann man wunderbar nach Norden Richtung Carlsbad fahren. Also halten wir wieder in Van Horn, haben aber schon auf dem Weg dorthin gemerkt, dass auch diese Regenwolke schon wieder zusammenfällt. Sie leiert sich schwer bemüht ein bis zwei Blitze raus und geht dann wieder schlafen.

Um nicht neben 150db lauten trucks auf dem Parkplatz hinter einer Tankstelle zu stehen, fahren wir etwa 200m auf einem Feldweg Richtung Süden, wo wir in Ruhe dem Gew...Regenschauer beim Sterben zuschauen können.

Nach einigen Minuten kommt ein weißer pickup angefahren, weswegen ich den Wagen etwas an die Seite fahre, damit er besser vorbeikommt. Das ist aber gar nicht sein Ziel , offensichtlich will der nette ältere Herr gerne mit uns sprechen. Recht unamerikanisch beginnt er die Unterhaltung nicht mit einem "How r u doin`?" sondern mit Frage, wo wir hinwollen. Wie immer bin ich freundlich wie sonst was, und erkläre ihm, dass wir natürlich nur das Wetter beobachten. Obwohl es kein Strassenschild gab, dass die Einfahrt in den Weg verboten hätte, scheint es eine private road zu sein. Wir entschuldigen uns höflich, aber der Texaner möchte noch was Anderes von uns. Er fragt ob wir reich wären, wie wir uns das alles leisten könnten und wer uns dafür bezahlt und für wen wir unsere Beobachungen machen. Das Gespräch wird immer seltsamer, und irgendwann will er Geld von uns haben. Er sagt er sei ein einfacher 30 $ Cowboy und ob wir nicht Geld für ihn hätten. Als wir das verneinen, verfinstert sich seine wettergegerbte Miene unter dem Cowboyhut und er fängt mit einer Standpauke an, was uns einfallen würde, bla bla bla und hier auf seinem Land bla bla bla und dass wir zusehen sollen zu verschwinden. Der Typ ist uns unheimlich und wir warten eigentlich nur noch darauf, dass er auf den Beifahrersitz greift und uns eine Ladung Schrot verpasst, also drehen wir schleunigst das Auto und eilen davon.

Mir hat er ja schon ein bißchen leid getan, aber irgendwie hat er auch nicht alle auf der Pfanne gehabt. Wir waren uns schnell einig, dass wir gerade einen typischen Trump-Wähler persönlich kennengelernt haben. Ich würde viel darauf wetten, dass er bewaffnet war, er hat das irgendwie ausgestrahlt.

Ich habe noch gedacht ich könnte das mit Charme und Freundlichkeit abbügeln, aber manchmal muss man einfach eher das Weite suchen. Und davon gibt es in Texas ja genug ;-)

 

Wir verlassen also die Szenerie und fahren nach einem Tankstopp nach Norden Richtung Carlsbad in New Mexico. Die Fahrt dahin entschädigt für den (wetter)ereignisarmen Tag, denn die Landschaft ist traumhaft. Leider ist das Licht schon recht schwach und die Luft etwas diesig, weswegen wir keine Fotos machen.

 

Etwa um neun Uhr abend, mittlerweile Mountain time, gehen wir noch schnell ins Chili´s, für mich Ribs und Steak, für Jörg Tacos, und kehren wieder mal ziemlich platt ins schweineteure Holiday Inn Express ein, es ist gerade Memorial Day Weekend, und da sind die Preise etwas gesalzen.

 

Wir haben heute das restliche Equipment verbaut, nun können die bösen Stürme kommen. Einzig unser Satellitenwetterempfänger läuft noch nicht, nachdem ich heute 20 Minuten in der Warteschleife für die Aktivierung verbracht habe, um dann doch entnervt aufzugeben. Vermutlich arbeitet auch dort niemand am Memorial Day Weekend...

 

 

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