Mothership

Heute sind wir ausnahmsweise mal nicht weit weg von unserem Target. Wir haben in Garden City, KS im sehr neuen und wirklich tollen Best Western Emerald Inn and Suites übernachtet. Bisher sicher das beste Hotel unseres Trips, und bei weitem nicht das Teuerste. Endlich fühlt es sich morgens mal so an wie es sich anfühlen soll, der Wind ist warm und und kräftig und kommt aus Süden, leicht Süd-Südost.

 

Um euch mal zu zeigen wie es bei uns aussieht, hier ein kurzes.... nee... ein Video:

Das Target ist heute recht klar, schon mittags sehen wir, dass es westlich und nordwestlich von uns cumuliert. Wir fahren etwas nach Westen und warten ab. Immer wieder versuchen einzelne Tower durch das Cap zu brechen und fransen aber immer wieder aus. Immer wieder versucht es ein Neuer, und immer wieder scheitert er.

Nach einem kurzen Chat mit dem örtlichen Sheriff (kein Wort verstanden, deep-Kansas-sandmouth-style) brechen wir auf um etwas nach Norden zu fahren, weil dort ein Tower recht hoch aussieht.

Der kleine Ort Leoti ist schon voll von Chasern, auf der Tankstelle kriegt man keinen Platz mehr. Wir fahren etwas nach Westen aus dem Ort raus, um bessere Sicht an den Himmel zu haben. Direkt nördlich geht ein Turm brachial hoch, und wir glauben es ist endlich soweit. Doch auch dieser gibt wieder auf. Einige Minuten später geht westlich von uns ein Turm hoch und dieser ist dann wohl endlich durchs Cap durch. Wir fahren wieder zurück in die Ortsmitte und dann ein paar Meter nach Süden raus. Dort haben wir gute Sicht, aber beeindruckend ist das noch gar nicht.

Hier fehlt offensichtlich noch etwas Organisation. Wir fahren nun durch den Ort nach Norden raus, Die Strassen sind leider fast alle nur noch dirt roads, und wenn die mal bewässert sind, dann werden sie ziemlich rutschig. Wir sind also vorsichtig, nicht in den Starkniederschlag zu kommen.

Die Zelle wird jetzt richtig wild und organisiert sich. Wir stehen etwa 3 Meilen östlich der Hauptzirkulation, und da die Zelle auf der Stelle steht, fahren wir erstmal näher ran. Die Wege sind noch okay, man muss in der Mitte bleiben, weil die Strassenränder schon aufgeweicht sind. Es regnet leicht...

Die Base velocity, die uns anzeigt, wie stark die Rotation in der Zelle ist, lässt vermuten, dass es demnächst einen Tornado geben könnte. Die Strasse wird leider nicht besser. Ich fahre aus Versehen etwas zu weit rechts und merke sofort wie der Wagen anfängt zu schmieren. Zurück in die Strassenmitte und weiter auf die Basis der Zelle zu. Irgendwann wird der Weg aber echt schmierig und wir halten an. Wir glotzen angestrengt unter die Zelle, unter der es rotiert wie verrückt.

Unter der dreckigen Zirkulation bildet sich ein kurzer Tornado, der recht schnell wieder verschwindet...

Da der Niederschlagkern leicht rumzieht und wir uns etwas Sorgen um die Befahrbarkeit der Strasse machen, fahren wir wieder ein Stück zurück. Nach ein paar Metern sehen wir im Rückspiegel allerdings, dass sich wieder ein Tornado gebildet hat. Wir halten nochmal kurz an...

Auf einer etwas südlicheren Strasse... also auf einem der Feldwege, die hier zum Glück im Schachbrettmuster um die Felder angelegt sind, fahren wir wieder näher ran.

Die Basis der Zelle ist wie festgenagelt auf einer Stelle, das ist unglaublich zu sehen.

Die Struktur der Zelle wird nun immer besser und wir halten erstmal an um die nächsten Fotos zu schießen...

Weil wir sicher sind, dass sich die Basis der Zelle nicht bewegen wird, beschließen wir, noch ein bißchen ranzufahren. Dauerhaft hat die Zelle eine Tornaddowarnung dran, weil es unter dem Riesenteller dreht wie verrückt. Auf dem Screenshot des Radarbildes zu dem Zeitpunkt sieht man, dass sich der Niederschlag komplett auf der nördlichen Seite befindet. Wir können komplett im Osten der Basis stehen ohne einen Tropfen Regen abzubekommen. Dafür stürmt es mit sicher 80 km/h in die Zelle rein, man merkt sehr gut, wie eine Superzelle die gute Luft aus Südosten einsaugt.

Die Basis ist komplett niederschlagfrei, sie ist auf dem Radarbild quasi nicht auszumachen und befindet sich südlich des Niederschlagsbereichs.

Alles Weitere lässt sich nur noch mit Bildern und Videos beschreiben...

 

Die ganze Zeit haben wir nur darauf gewartet, dass sich die Zirkulation so verdichtet, dass es nochmal für einen Tornado reicht, aber es sollte nicht sein, und es war auch so ein atemberaubender Anblick. Zum Abschluss noch der Timelapse der Dachcam:

Und der 4K-Timelapse aus Jörgs Cam:

Man sieht auf dem dem zweiten Video, dass die Kamera auf dem Tripod wackelt, obwohl Jörg dauernd das Tripod festhält. Da kann man sich vorstellen, wie stürmisch es dort war! Die Musik ist natürlich die Gleiche, die lief ja die ganze Zeit im Hintergrund ;-)

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