Hail encounter

Morgens verlassen wir das Best Western in Dodge City, in dem wir letztes Jahr schon nach dem unglaublichen Tornadotag übernachtet haben. Wir fahren nach Süden bis an die Grenze zu Oklahoma nach Liberal. Weil wir aber dann doch bald der Meinung sind, daß wir etwas weiter nach Süden müssen, fahren wir durchs Oklahoma Panhandle bis nach Texas rein. Südlich von Perryton finden wir eine Picnic Area, an der wir versuchen, Sloppy Joes zu machen. Dafür müssen wir Hackfleisch anbraten, bei über 60km/h Südwind eine nicht so einfache Angelegenheit auf einer Gaskochstelle. Mit viel Improvisation gelingt es aber dann doch...

Westlich von uns probieren es schon einige Türme, aber das sieht noch nicht kräftig genug aus. Wir treffen südlich von Spearman auf Markus Pfister und seine neue Crew, seine Bilder findet man auf www.westwind.ch/USA17

 

Als die Entwicklungen vielversprechender werden, fahren wir alle los nach Gruver und dann noch etwas nach Westen. HIer erkennen wir aber, daß heute noch irgendetwas fehlt, um die Gewitter richtig in Fahrt zu bringen. Weiter südlich sieht allerdings eine Zelle schon vom Radarbild her deutlich besser aus, und so fahren wir zwischen ein paar schwächeren Zellen hindurch bis nach Stinnett, von wo aus Hagelreports in Golfballgröße reinkommen. Westlich der Stadt sitzt ein Hagelmonster...

Die Strassenoptionen sind gelinde gesagt vollkommene Scheisse, weil es keine Strassen gibt, die von Stinnett aus nach Osten führen, ohne in einem Canyon zu enden. Daher lassen wir die Zelle passieren und fahren ihr hinterher. So haben wir allerdings die Möglichkeit, den gefallenen Hagel einzusammeln, und siehe da, Golfballgröße war nicht gelogen:

Die würden einem Autodach schon ordentlich zusetzen. Wir versuchen also nicht bis in den Hagelkern vorzudringen, sondern bleiben immer knapp dahinter. Alsbald schwächt sich die Zelle ab, weil so langsam auch die Nacht einsetzt. Wir halten an einer Mühle an und genießen eine nette Blitzshow, während sich südwestlich von uns wieder eine neue Zelle bildet. Wir fahren davor weg und der vermeintlich sterbenden Zelle hinterher, die aber auch wieder etwas Fahrt aufnimmt und ordentlich Hagel abwirft. Daher drehen wir um, die Zelle südwestlich von uns ist aber mittlerweile auch stark genug für größeren Hagel und wir fahren etwa ein bis zwei Minuten durch ganz ordentliches Bombardement. Zum Glück sind es keine Golfbälle mehr, sondern maximal Quarters, also etwa 2,5 cm. Dafür eine satte Menge, und die Strasse ist fix weiß. Wir sind kurz leicht angespannt, aber als wir merken, daß die Steine nicht größer werden, finden wir es recht witzig. Am nächsten Morgen entdecken wir eine minimale Delle im Auto, die man aber auch nur mit genauem Hinsehen im Gegenlicht erkennt. Aber immerhin, wir tragen unsere erste Hageldelle mit Stolz. Nicht ganz so begeistert von der Aktion ist unser Kumpel Georg, aber er wollte ja unbedingt draußen sitzen...

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