HIGHRISKBUSTERS?

Was soll das heißen? Sind hier zwei Typen aus Deutschland auf der Suche nach dem hohen Risiko beim Stormchasing?

Nein, ganz und gar nicht... also nur bedingt.

 

Das amerikanische Storm Prediction Center (SPC), das in etwa dem Deutschen Wetterdient entspricht, gibt bei zu erwartenden Gewitterlagen Vorhersagen heraus, wo und mit welcher Wahrscheinlichkeit Gewitter bzw. die damit zusammenhängenden Phänomene wie Hagel, Starkwind und Tornados auftreten könnten.

 

Je nachdem wie hoch die Wahrscheinlichkeit für ein bestimmtes Gebiet ist, daß dort Schwergewitter auftreten, werden gestaffelte Vorwarnstufen ausgegeben. Es gibt derzeit 5 Stufen, die folgendermaßen benannt sind:

 

- MRGL (marginal)

- SLGT (slight)

- ENH (enhanced)

- MDT (moderate)

- HIGH (na ja, high eben)

 

Grob erklärt, je höher die Stufe, desto wahrscheinlicher ist die Entstehung eines Schwergewitters in einem bestimmten Bereich. Das bedeutet nicht, daß bei MRGL Risk nur Schauer auftreten und bei HIGH Risk nur Monster-Tornados.

Die Erklärung des SPCs sieht so aus:

 

Understanding Categories

 

Genauer beschreibt es die Wahrscheinlichkeit in Prozent, daß ein Schwergewitter innerhalb von 25 Meilen um einen bestimmten Punkt entsteht. Je höher diese prozentuale Wahrscheinlichkeit, desto höher die Warnstufe.

 

Natürlich ist es grundsätzlich besser, je höher die Stufe und damit die Wahrscheinlichkeit ist. Die Sache ist allerdings zweischneidig (wenn nicht sogar drei- bis vierschneidig). Ist die Wahrscheinlichkeit gering, entstehen die Gewitter nur an Stellen, an denen wirklich gerade eben so alle Zutaten für Schwergewitter gegeben sind. Und so muss man genaueres forecasting betreiben, also ständig die Wetterkarten und Modelle checken, um rauszufinden, wo es klappen könnte.

Hat man im Gegensatz dazu ein HIGH Risk, ist die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung häufig so hoch, daß sich in dem Gebiet jedes kleine Wölkchen bald zu einem Cumulonimbus formt und man meist kaum entscheiden kann, welches der gerade entstehenden Gewitter man überhaupt anfahren soll.

Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit, daß man dann nicht den Sturm jagt, sondern der Sturm einen selber jagt, dann recht hoch. Entstehen nah beieinander viele Gewitter, stören sie sich in der Entstehung und Entwicklung häufig so stark, daß sie nicht so richtig in Gang kommen und keine Tornados entstehen. Zudem sind sie in einem Haufen anderer Gewitter dann visuell schlechter zu bewerten und manchmal sieht man dann kaum was.

 

 

Und was hat das jetzt mit unserem Namen zu tun?

 

Gewitterlagen, in denen ein HIGH Risk ausgegeben wird, sind sehr selten. Und sie sind nicht besonders vielversprechend.

Oft sind die Zutaten wie Energiegehalt der Luft, Windscherung und Hebungsantrieb so extrem, daß nachmittags der komplette Warmsektor eines Tiefdrucksystem hochgeht und man die Nadel im Nadelhaufen nicht findet.

In der Chasersprache spricht man bei Tagen, an denen man nichts gesehen hat bzw. sich nichts Ansehnliches entwickelt hat, von einem BUST.

 

Nach ein paar HIGH Risk Lagen, bei denen wir gebustet haben, war klar, wie wir unser 2-Mann-Team fortan nennen:

 

HIGHRISKBUSTERS

 

Am Liebsten hat man tatsächlich SLGT oder ENH Risks, da die Bedingungen oft gut genug sind, aber nicht so viele Gewitter gleichzeitig entstehen, so daß sie sich gut entwickeln können und man eine gute Sicht aufs Geschehen hat.

 

Und außerdem klingt HIGHRISKBUSTERS besser als SLIGHTRISKLOVERS...

 

Die aktuellen Vorhersagen des SPCs findet man ihr übrigens unter dem Reiter SPC OUTLOOKS

 Für Nicht-Wetterbegeisterte ist das ziemlicher Kauderwelsch, aber im Groben kann man schon rauslesen, was so kommt!

 

 

 Copyright des Titelbildes: NOAA/NWS Storm Prediction Center, Norman,OK